Warum wir eine intersektionale Wissensproduktion und Erinnerungskultur in der Architektur brauchen
2022



Arch+ Ausgabe 246: Zeitgenössische feministische Raumpraxis, 2022.
Arch+ Ausgabe 246: Zeitgenössische feministische Raumpraxis, 2022.
Arch+ Ausgabe 246: Zeitgenössische feministische Raumpraxis, 2022.
In meinem ersten Text über Intersektionalität und Raumpraxis habe ich mich mit Architekturhistorikerinnen und Künstlerinnen beschäftigt, die einen intersektionalen Blick auf die Geschichte von IBA Alt/Neu geworfen haben. Das war der Start für meine Auseinandersetzung mit Intersektionalität und Raum, die ich seither weiter vertieft habe.
Und so startet der Text:
"Der politische Kampf in Architektur und Planung, der in Berlin – beginnend 1968 mit der Ausstellung Diagnose zum Bauen in West-Berlin bis hin zur Internationalen Bauausstellung 1984/87 (IBA Alt/Neu) – einen Paradigmenwechsel sowie mehr (soziale) Nachhaltigkeit und räumliche Gerechtigkeit forderte, enthielt auch einen internen Kampf. Wichtige Akteurinnen des sich in Deutschland in den späten 1970er-Jahren entwickelnden „feministischen Planungsdiskurses“ wie Kerstin Dörhöfer, Ulla Terlinden und Myra Warhaftig organisierten sich und forderten eine „Berücksichtigung der Lebensbedingungen und Interessen von Frauen beim Planen und Bauen“ . Mit ihrer auf „‚geschlechterungerechte‘ und frauendiskriminierende Architektur und Planung“ fokussierten Kritik gelang es ihnen, sich in den Vorbereitungen der IBA 1984/87 Gehör zu verschaffen und mehr Teilhabe von Architektinnen und Planerinnen sowie die „Berücksichtigung frauengerechter Aspekte bei den IBA Projekten“ einzufordern. Dass sich die IBA infolgedessen um die Einstellung von Frauen* bei der Besetzung von Architektur- und Planungsstellen bemühte und auch der Aspekt der Partizipation – also stärkere Orientierung an und Beteiligung von Bewohner*innen – in die IBA Alt integriert wurde, ist gemeinhin bekannt und stellt eine große Errungenschaft dar. Dennoch gibt es auch Perspektiven, Bedarfe, Problemlagen und Bestrebungen/Hoffnungen, die damals regelrecht abwesend waren und erst in den letzten Jahren mehr und mehr sichtbar gemacht werden. Denn der feministische Planungsdiskurs der Zweiten Frauenbewegung entstand zwar aus einer Machtkritik heraus, reduzierte diese jedoch auf den Aspekt der Geschlechterungerechtigkeit. Dass Machtkritik jedoch auch andere Formen der gesellschaftlichen Unterdrückung reflektieren muss, unter anderem Rassifizierung bzw. Rassismus sowie Diskriminierung aufgrund des ökonomischen Status, der sexuellen Orientierung oder religiösen Zugehörigkeit etc., bringen jüngere feministische Arbeiten zum Vorschein, die einen intersektionalen Ansatz verfolgen. Sie können als Plädoyer für eine notwendige Verkomplizierung des Diskurses verstanden werden und als Möglichkeit, Fragen von Gerechtigkeit in Architektur und Raumplanung als etwas zu begreifen, das nicht nur die Belange einer weißen, akademischen Mittelschicht berücksichtigt, unabhängig vom Geschlecht ihrer Mitglieder..."
Die Ausgabe 246 der ARCH+ hier kaufen– sie ist voller wunderbarer Texte, die sich mit Feminismus, Intersektionalität und Raum bzw. Architektur auseinandersetzen!
Im Redaktionsteam der ARCH+: Nora Dünser, Mirko Gatti, Max Kaldenhoff, Anh-Linh Ngo, Melissa Makele; Gastredaktion: Torsten Lange, Charlotte Malterre-Barthes, Daniela Ortiz dos Santos, Gabriele Schaad.



Buchbesprechung vor dem Deutschen Pavillon auf der Architekturbiennale Venedig, 2023. Mit Eli Mosayebi, Hélène Frichot, Mona Mahall & Aslı Serbest, Melissa Makele, Franziska Gödicke, Torsten Lange, Gabriele Schaad, Charlotte Maltherre-Barthes und vielen mehr...
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